Sehr langes Wochenende

Zugegeben, ich habe spieltechnisch ein sehr langes Wochenende hinter mir und dabei festgestellt das ich nicht mehr so jung wie früher bin. Und so fit.

Begonnen hat es am Donnerstag mit D&D 4, Freitag dann Die Akte Whitechapel (eine Art Scotland Yard nur besser), Samstag forderte das Zeitreiserollenspiel Continuum seinen Tribut und gestern der absolute Höhepunkt: Ziellinie (One Shot) für Unknown Armies. Gerade das letzte hat mir mit Abstand am meisten Spass bereitet.

Zwischendrin hatte ich viel zu wenig Schlaf, war teilweise gereizt und unwirsch. Ich denke 2-3 Abende in der Woche reichen vollkommen, am besten immer mit einer Pause dazwischen. Vielleicht sollte ich meine Rundensuche diesbezüglich doch wieder runterschrauben und das geniessen, was ich habe.

Eine Runde aber möchte ich noch leiten und die wird auf Don’t rest your Head beruhen. Weder Cthulhu noch Unknown Armies können mich von Spielleiterseite her so motivieren, als das ich die schlechte Performance, die ich bieten würde, langfristig überspielen kann. Für DRYH habe ich auch bereits 3 Wunschspieler + Ersatzkandidaten im Auge. Drückt mir die Daumen das es was wird.

Advertisements

DRYH Spielergesuch

So dann mache ich mal Nägel mit Köpfen. Hier der erste Versuch wie ein Spielergesuch für Don’t rest your Head aussehen könnte.

Schlaf, ich habe so lange nicht mehr geschlafen.

Ich vermisse diese allumfassende Dunkelheit der Sinne und des Sinnens.

Diese Abwesenheit des Geistes, diese friedliche Ruhe.

Keine Gedankenfragmente rauschen durch den erschöpften Geist und nagen mit unsagbar scharfen Kanten ihrer gebrochenen Folge an der Psyche.

Und im Schlaf verlangt auch der Körper nicht andauernd nach seinem ihm verweigerten Rechten.

Schlaf ist ein Reich des Friedens und der ungekannten Freude, doch seitdem ich dieses Kind überfahren habe, ist mein Reich erobert und geschleift von diesen Gedanken an Schuld und Reue.

Seit nahezu fünf Tagen bin ich nun fast durchgehend wach, kann nur kurz die Augen schließen und werde fast sofort von diesem toten Kind wieder geweckt. Es jagt mich durch meinen eigenen Kopf, und zerstört mein Reich des Friedens Stein um Stein und mit den Splittern dieses mir inzwischen verwehrten Refugiums zerschlitzt es meinen Verstand.

Ich habe es doch nicht gewollt!

Es war nicht einmal meine Schuld!

Was kann ich denn dafür wenn dieses Gör auf einmal zwischen den Wagen am Straßenrand auf die Fahrbahn springt! Mein Kopf ist der vermaledeite Ball, den es fangen wollte!

Ich selbst bin zu Tode erschrocken, als ich das Kind mit meinem Wagen erfasste, und sein Kopf in meine Motorhaube schlug!

Ich höre dieses blecherne Geräusch noch immer. Es raubt mir den Schlaf!!

Seitdem kann ich kein Auge mehr zutun. Es ist schon irgendwie komisch was der Schlafentzug mit einem anrichtet. Alles ist so schnell und doch gleichzeitig wie in Sirup ertränkt. Man gerät in eine fatalistische Stimmung, vermischt mit Anfällen von Apathie und rastloser Aktivität.

Und man fängt an Dinge zu sehen, verliert den Bezug zur Realität.

Die ersten zwei Tage habe ich mir selbst Vorwürfe gemacht und gegrübelt, was ich tun kann, und ob ich nicht doch Schuld habe.

Vorgestern habe ich das tote Kind zum ersten Mal gesehen, und seitdem verfolgt es mich, raubt mir meinen Frieden.

Es grinst mich mit gebrochenen Kiefern an, und inzwischen bin ich mir sicher, dass es absichtlich vor mein Auto gesprungen ist, nur um mich fertig zu machen!

Dieses miese kleine Stück!

Gestern stand es neben meinem Bett und machte dieses Geräusch, dieses blecherne Kopf-trifft-Motorhaube-Geräusch – den ganzen Tag lang!

Zwischendurch wechselte es zu dem Hüftknochen-birst-an-Stoßstange-Geräusch, und ist mit schiefem Gang neben mir hergewankt! Ich werde noch wahnsinnig. Ich muss endlich schlafen.

Ich hab alles versucht. Alkohol, Tabletten, ich habe mir sogar eine Bohle über den Schädel gezogen, nur um diesem Kind zu entkommen. Aber nichts hilft. Sobald ich die Augen schließe – aus welchem Grund auch immer – sofort ist es da und zerstört mich weiter, verstümmelt meinen Geist, verjagt meinen Schlaf.

Heute schließlich habe ich nach ihm geschlagen! Es war eine Kurzschlussreaktion! Ich habe nach einem Trugbild geschlagen, und mir die verdammte Hand an ihm gebrochen!

Ich habe mir die Hand an einem von mir überfahrenen Kind gebrochen, als ich es schlug, weil es mich nicht schlafen lässt!

Erklär dass mal einer dem Arzt!!

Ich hab’s versucht – hat nicht geklappt!

Der Idiot hat mir ein Schlafmittel verschrieben – ein Schlafmittel! Ich hätte ihm am liebsten seine Pillen in den eignen Hals gestopft.

Nun sitze ich zu Hause in einem dunkeln Raum, zusammen mit dem toten Kind und habe bereits eine Flasche Port intus. Nichts passiert. Das Kind macht blecherne und knöcherne Geräusche, und ich höre etwas in mir brechen. Etwas klickt.

Da ist jetzt eine eiserne Tür in der abgedunkelten Fensterfront meines Wohnzimmers. Ich denke ich werde sie öffnen.

Es ist ja eh schon alles egal.

Komm meine kleine Nemesis, lass uns diese Tür benutzen!

Als Mitspieler willkommen sind all jene RPGler denen weder Improspiel noch Player Empowerment fremd sind. Altersmäßig kommt alles in Frage was die dreißig überschritten und bevorzugt ein Faible für Indiespiele hat.

Der bevorzugte Spieltag ist Montag. Wer sich jetzt schon angesprochen fühlt, möge sich in den Kommentaren mit einer Charaktervorstellung bewerben. 🙂

Die perfekte Rollenspielrunde

Das perfekte Rollenspiel hab ich immer noch nicht gefunden. Dafür einen Leit- und Spielstil der mir sehr behagt. Player Empowerment in Kombination mit Improvisation seitens des Spielleiters.

Aus diesem Grund habe ich die nachfolgenden Tipps ganz schamlos bei Fate to Go geklaut, denn ich bin der Meinung das sie eigentlich für fast jede Runde anwendbar sind.

Sei aktiv!

Ein Erzählspiel lebt davon, dass sich alle aktiv daran beteiligen. Lass dich nicht nur von deinem Spielleiter oder deinen Mitspielern berieseln – handle! Beschreibe, was dein Charakter tut, macht, denkt, ihn motiviert. Du bist ein Spieler, keine Topfpflanze!

 Sei umsichtig!

Es ist sehr wichtig, dass du auch die Charaktere deiner Mitspieler im Auge behältst. Welche Themen, Antriebe und Aspekte haben sie? Wie kannst du sie anspielen? Wie kannst du anderen Charakteren Spotlight verschaffen? Wenn ihr alle gegenseitig aufeinander achtgebt, wird es euch nie an Spaß mangeln!

Sei aufmerksam!

Spieler, die beim Spielen träge und schläfrig auf der Couch rumhängen, sind für niemanden eine Bereicherung. Sei fit, sei konzentriert – nur so kannst du das Haus rocken!

Nimm Rücksicht!

Wenn sich ein Mitspieler nicht mit den Regeln oder der Hintergrundwelt auskennt oder auf andere Art unsicher wirkt – hilf ihm! Niemand kann alles wissen oder können, und jeder kann mal einen Tag haben, an dem er unkreativ, uninspiriert oder langsam ist. Sei tolerant, zieh andere mit ins Spiel, liefere Anknüpfpunkte, mach Vorschläge, gib Impulse!

Hol dir dein Spotlight!

Sorge dafür, dass dein Charakter nicht zu kurz kommt in eurer Geschichte. Ihr habt alle das gleiche Recht, mal im Fokus der „Kamera“ zu stehen. Lass dich nicht unterbuttern – fordere Szenen ein, in denen dein Charakter zeigen kann,

Gib anderen ihr Spotlight!

Klar siehst du deinen Charakter gerne coole Sachen machen – aber andere auch! Lass deinen Mitspielern genügend Raum, um mit ihren Charakteren zu glänzen. Wenn ein anderer Charakter so ein ganz persönliches Ding hat – eine Stärke, ein Markenzeichen, ein Thema – dann versuche, ihn dabei zu unterstützen und binde es in gemeinsame Szenen ein. Spielt euch gegenseitig die Bälle zu!

 Sag, was dir nicht passt!

Niemand spielt gerne Dinge, die keinen Spaß machen oder ein unangenehmes Gefühl erzeugen. Wenn du mit irgendwas im Spiel nicht klarkommst, schluck es nicht runter! Heb die Hand und dann nehmt euch einen Augenblick Zeit, um über die Situation zu reden. Vielleicht gab es nur ein Missverständnis, vielleicht läuft etwas grundsätzlich schief. Gemeinsam könnt ihr das aber sicher klären!

Sag, was du gut findest!

Lobe deinen Spielleiter oder deine Mitspieler, wenn dir etwas in eurer Spielrunde gefällt. Das motiviert und bringt allen Beteiligten Spaß.

 Bring dich ein!

Bereichere das Spiel vor, während und nach der Runde – im Rahmen deiner Möglichkeiten. Nimm doch mal deinem Spielleiter etwas Arbeit ab, indem du einen Ort oder NSC für euer Szenario ausarbeitest. Oder biete an, in einer Szene mal einen NSC zu spielen. Oder backe einen Kuchen. Oder schreib nach der Runde auf, was passiert ist, damit eure coole Geschichte nicht verloren geht!

Improspiel von Graham Walmsley wäre eine gute Lektüre für den Anfang.