Nächster Halt King Station

Ich hatte eine schöne Runde DRYH heute aufgrund dessen, dass ein Mitspieler absagen musste waren wir nur noch zu viert. 3 Spieler sind aber eigentlich genau die richtige Anzahl für Ruh dich nicht aus. So bekommt jeder ausreichend Spotlight.

Es trafen sich alsbald Leonhard S. Dastrov, Steve Austin und Paige Turner in einem U-Bahn Tunnel. Wo bei sie sich nicht erklären konnten wie sie dort hinkamen. Also alle außer Paige, die stürzte in New York auf die Gleise vor eine herannahende U-Bahn, konnte sich dann in den Schutzbereich retten und fiel aus einem Wartungsschacht auf die Gleise in der Irren Stadt.

Leo, seines Zeichens ein kleiner Chicagoer Dealer musste vor ein paar Leuten fliehen und stolperte statt in seine Garage in der der Ferrari steht durch die grüne Stahltür direkt auf die Gleise.

Zu guter letzt Steve Austin (ein Irakkriegsveterean), der beim Versuch sich im Kölner Dom von der Empore zu stürzen eine offene Tür fand, die ihm interessanter erschien. Der Rest ist Geschichte.

Dastrov war wohl bis zum Schluss der Meinung das seine Kumpels das ganze Wohnhaus vergifteten, in dem sie irgendwas ins Leitungswasser taten, nur um ihn auszuschalten.

Im Tunnel selbst stiessen sie auf Catherine Madison, eine Bettlerin die auf der Suche nach der U-Bahn Station die Luke baute war. Leider gingen sie diesem Hinweis nicht nach und begaben sich lieber in die Richtung aus der die Alte kam. Auf dem Weg dorthin kam ihnen auf den Schienen eine schwarze Limousine entgegen, getönte Scheiben und die Standarte des Wachskönig an den vorderen Kotflügeln. Auch hier gab es keinen Kontakt.

Kurz danach stiessen sie auf eine verlassene U-Bahn Station, Mamorboden, Swarowski Kristallleuchter an der Decke, zugemauerte Aufgänge. Einzig ein rostiges Kinderdreirad lag verlassenen in mitten des dreckigen, staubigen Bahnsteigs. Paige fielen im übrigen die Überwachungskameras im Tunnel auf. Nur Monitore, Anzeigentafeln, Signalleuchten etc. fehlten. Die Station trug den Namen Metro. Nervig an dieser Station war nur der Fahrkartenkontrolleur, von der Statur her ein normaler Mensch mit dem Gesicht eines Fahrscheinentwerters und Entwerterknipser statt Händen. Der ging Paige aber so dermassen auf den Sack, das sie ihn gute 20 Meter über den Bahnsteig vor die einfahrende U-Bahn schmiss. Übrig blieb da nicht mehr viel. Unterdessen für am gegenüberliegenden Gleis ein Zug durch den Bahnhof ohne zu halten oder die Geschwindigkeit zu verringern. Viel war nicht zu erkennen, nur das er silber und vollkommen verbeult, bar jeglicher Öffnungen, Fenster, Türen war. Also entschloss man sich einfach auf dem bisherigen Gleis weiterzugehen. An irgendeinen Ort muss es ja hinführen. Gesagt getan die nächste Station war dann auch gleich die Endstation King Station. 3 mal so gross wie jeder normale Bahnhof, eine Vielzahl an Zelten aufgebaut und bewohnt von Menschen unterschiedlicher Epochen. Neben dem Schweinepferch gab es noch einige Ziegen, wer weiss von was sich diese ernährten. King Station hatte dann auch eine Gewölbedecke, bemalt wie von DaVinci oder Michelangelo. Ganz am Ende führte eine Treppe, in deren Mitte ein roter Teppich – nach oben.

Eine Anekdote am Rande, Leo war stets darauf bedacht das seine Kleidung keinen Dreck abbekam und ihm auch nie jemand zu nahe trat. Auch drückte er anfänglich ziemlich oft auf die Fernbedienung für sein Auto, er war und ist vermutlich immer noch der Meinung das er nur in seiner Tiefgarage war und sein Ferrari irgendwo sein soll.

Kurzes Geplänkel mit Richard Chan einem seit kurzem hier gestrandeten Bewohner ergab das der Weg nach oben in den Thronsaal führen würde in dem der König Timothy Walks-the-Rails Hof halten würde. Das einzige Hindernis waren die beiden Ritterrüstungen die den Weg nach oben versperrten. Mittels seiner Madness Power Ausweis war das aber für Leo und seine Freunde kein Problem. Er wedelte mit einem Stück weißen Papiers vor den Wächtern herum und schon gewährtem sie ihm die Audienz beim König.

Die Audienz beim König war kurz, eine alternde, kranke Gestalt in Jogginganzug und Adiletten, graues strähniges und ungewaschenes Haar, auf dem Kopf eine Burger King Krone, in der linken eine Fliegenklatsche als Zepter. Vom Fliegen umschwirrt in den eigenen Exkrementen sitzen war es eine traurige Gestalt die im Wartesaal von King Station Hof hielt. Auf die Bitte hin das U-Bahnnetz zu verlassen und an die Oberfläche zu kommen, drückte er ihnen eine Postkarte in die Hand.

Ihr müsst nach Shell Beach fahren, das ist der Weg in die Freiheit.

 

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Nach dem Zusammentreffen mit König Timothy Walks-the-Rails entriss ihnen Richard die Postkarte und wollte damit flüchten. Paige verfolgte ihn, stellte ihn und schlug ihn dann in einer Orgie aus Blut und Gewalt fast tot. Um nicht noch mehr negativ aufzufallen – wobei sich wirklich niemand um die vier kümmerte, immerhin hatten plötzlich ausnahmslos alle Bahnsteigbewohner etwas anderes zu tun, sprang man in die gerade einfahrende U-Bahn, nicht ohne Verpflegung mitzunehmen. Steve schnappte sich nämlich eine Ziege. Zum einen als Nahrung, wenn man auf unbestimmte Zeit in der U-Bahn festsitzen sollte und zum anderen als Menschendetektor. Wer seltsam darauf reagiert das hier ein Ex-GI eine Ziege mit sich führt, muss ein normaler Mensch sein. Das Abteil war leer und dank der von Steve aufgestellten Theorie das vielleicht jedes Abteil in eine andere Richtung fährt, blieb man dann auch brav im selbigen.

Nächster Halt Down Station. Die Türen bleiben verschlossen und lassen sich nicht öffnen. Evtl. hätte Paige mit ihrem Wahnsinnstalent Kraft etwas bewirken können. So fuhr man weiter in den dunklen Tunnel, wo es kurz nach der Einfahrt einen fürchterlichen Schlag tat und der Wagen wie von einer überdimensionalen Faust stellenweise eingedrückt wurde. Die nächste Station an der die U-Bahn hält ist Atlantis. Die Türen gehen von alleine auf. Auf dem Bahnsteig befinden sich mehrere Springbrunnen, die Wände sind bemalt mit Szenen aus Odysseus, Atlantis und ähnlichem. In der Mitte führt eine Treppe direkt nach oben. Dort werden sie noch von einem Bettler angehauen, der sie – nachdem sie ihm Geld zusteckten mit

Neptun beschütze euch

verabschiedet hat.

Endlich an der Oberfläche. Es ist dunkel, es regnet, es schlägt zur 13. Stunde. Bei einer Polizeikontrolle auf dem Platz der Leeren Lande wird Steve als steckbrieflich Gesuchter entdeckt und bevor der Bobby mit seiner Pfeife nach Verstärkung rufen kann, rammt er sie dem Bobby in den Mund. Anmerkung: Bei der Polizei handelt es sich um Uhrwerk Leutnants die wie Polizisten aussehen und aus den verschiedensten Ländern zu kommen scheinen. Ihre Gesichter sind zu einem steifen Grinsen erstarrt und in ihrem Rücken dreht sich ein Schlüssel zum Aufziehen. Daraufhin flüchten sie sich in eine Burgerkette mit dem klangvollen Namen Penny Dreadful. Aber nicht ohne das Paige geistesgegenwärtig den Steckbrief in Form einer Lithographie an sich reisst.

COLA MIT KOKS. GERUBBELTE KREDITKARTEN UND GELD AUF SERVIETTEN.

Falls ich es vergessen haben zu erwähnen, Leonhard ist zwar ein Kleinkrimineller, legt aber dafür umso größeren Wert auf sein Äußeres. Die Kleidung muss immer sauber, frisch gebügelt und gepflegt sein. Zum Glück gibt es in Dandys – Mode für den modernen Mann von heute alles was man so braucht. Bis zu sieben Mitarbeiter kümmern sich um das Wohlergehen des vermögenden Kunden. Dank eines Dimensionstors oder was auch immer ist der Anzug quasi direkt nach dem vermessen bereit zur Anprobe. Ein edler Hut und neue Schuhe gehören selbstverständlich dazu um Mr. Dastrov neu auszustaffieren. Seine beiden Begleiter wurden eher naserümpfend geduldet und stets darauf hingewiesen dies nicht zu berühren oder sich hier nicht zu setzen. Die Ziege musste mit Hilfe einer Seidenkrawatte draussen angebunden werden. Paige und Steve wurde es aber dann doch zu bunt und sie blieben dann doch lieber draussen im Regen als im Laden.

Schlagzeile mit Bildern auf der ersten Seite. Gesucht werden diese Drei Kriminellen wegen politischem Aufruhr

Yup die Zeitungsjungs sind sehr schnell. Und wie wir alle wissen, was in der Zeitung steht ist immer wahr. Weil es immer noch regnet und alle müde und kaputt sind checken sie im Hotel Fünf Jahreszeiten ein. Ein Einzelzimmer für Leo, das Doppelzimmer auf der gleichen Etage aber fast am anderen Ende für Paige und Steve. Schlafen können sie alle drei nicht, aber auf dem Bett oder in der Wanne liegen. So bekommen die zwei auch mit das nebenan die Polizei das Zimmer stürmt. Als einzige Chance sieht man die Möglichkeit aus dem Zimmer auf den Sims zu klettern. Auf der Flicht vor der Polizei helfen Paige und Steve die Dachratten, in dem sie ihnen auf das Hoteldach verhelfen. Dann holen sie noch Leo und flüchten über die Dächer von Mad City. Am Ende werden sie von den Paper Boys gestellt und es kommt zu einem fulminanten Kampf  in dessen Verlauf nicht nur ein Teil der Zeitungsjungs verbrennt sondern auch ein großes Feuer Teile der Mad City zerstört. Die drei Spielercharaktere ziehen sich Verbrennungen 1. und 2. Grades zu. Durch den Schmerz werden sie ohnmächtig und landen letztlich wieder in der Schlummernden Stadt. Dort im übrigen ohne jegliche Verbrennungen, wir erinnern uns an den Bettler auf dem Platz der Leeren Lande? Nun Neptun hat seine schützende Hand über die Charaktere gehalten.

Der Bericht mag im übrigen nicht ganz vollständig sein, einige Dinge entspringen der künstlerischen Freiheit des Nacherzählens, andere hab ich vergessen aber im großen und ganzen hat es sich so zugetragen.

Fazit: Ruh dich nicht aus rockt. Ein einfaches aber schönes System, nicht nur für Oneshots. Die klassische Inspiration für die U-Bahn von Mad City war natürlich der Roman Neverwhere von Neil Gaiman, die Nightside Reihe von Simon R. Green und der Film Dark City. Shell Beach lässt grüßen. 😉 Der bietet einfach sehr viel. Aber auch von Metro 2033 wurde ich u. a. inspiriert. Leider kam nicht alles zum Einsatz, aber vielleicht bei einer anderen Gruppe.

Ein paar Stichpunkte zur U-Bahn Inspiration finden sich natürlich auch auf der 13. Stunde. Letztlich hab ich dann doch zu wenig würfeln gelassen, das ist mein großes Manko. Ich muss einfach mehr  Konfliktpotential aufbauen.

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7 Kommentare zu “Nächster Halt King Station

  1. Noch einmal Danke für das Leiten. Das hat gerockt. Die Mitschrift ist super. Ein paar Sachen sind mir untergegangen. Beispielsweise das „Neptun beschütze Euch“ oder dass Paige Paige heißt nicht Peach.

    Es folgen Gedanken zu zwei deiner Kommentare:
    „Letztlich hab ich dann doch zu wenig würfeln gelassen, das ist mein großes Manko. Ich muss einfach mehr Konfliktpotential aufbauen.“

    Im Grunde mochte ich die Menge an Würfen, die wir hatten. Man hätte vielleicht noch die ein oder andere Aktion würfeln lassen können, aber ich habe diese Würfe auch nicht vermisst und für eine Kurzkampagne wäre es in meinen Augen eine gute Mischung gewesen. Ich hatte natürlich ein wenig Dominanzpech, sodass Leo bereits bei 3 oder 4 Punkten Erschöpfung ist.
    Der eigentliche Diskussionspunkt ist in meinen Augen, wie stark man das Problem der Erschöpfung und des Wahnsinns forcieren will.
    Ich habe RDNA mit einem anderen Hintergrund geleitet und habe damals mit Vorsatz möglichst viel würfeln lassen und meine Münzen dafür eingesetzt, um Wahnsinnswwürfel/Zwischenweltwürfel und Erschöpfungswürfel/Stresswürfel möglichst schnell steigen zu lassen. Aber obwohl damals mehr Proben gefallen sind, als ich für RDNA als typisch ansehen würde, habe ich das Problem bei keinem Charakter als wirklich drängend in Erinnerung. (Evtl. war da auch mehr Glück als bei Leo im Spiel.)

    „Fazit: Ruh dich nicht aus rockt. Ein einfaches aber schönes System, nicht nur für Oneshots.“

    Für mich ist RDNA gar nicht einmal ein Oneshot System, sondern eher ein System für kurze Kampagnen von ca. 5-7 mittellange Sitzungen. Ich glaube, dass deine Würfe sich in einem guten Rahmen bewegt haben, aber dann braucht man natürlich auch die Zeit, um die Erschöpfungs- und Wahnsinnsspirale ordentlich in Gang zu bringen.

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    • Noch eine Anmerkung zu meinem Kommentar zum ersten Zitat, erster Abschnitt bei mir:
      Man hätte natürlich solche Sachen, wie Wahrnehmung würfeln lassen können, aber für RDNA finde ich das eigentlich unpassend. Deshalb habe ich solche Würfe nicht vermisst. Wenn man im Rahmen eines Oneshots die Würfe erhöhen möchte, wäre das aber eine Option.

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      • Auf Wahrnehmung würfeln ist zu profan, die Regeln sprechen ja schon davon nur zu würfel, wenn es wirklich wichtig für die Geschichte ist.

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    • Freut mich das es gefallen hat. Ja das mit Neptun ist mir ehrlich gesagt auch erst wieder eingefallen, als ich alles zusammen geschrieben hatte. Hitman konnte sich aber an den Penner erinnern, den der erschien ihm wichtig. Was er auch war. 🙂 Nur am Schluß hab ich ihn dann vergessen, daher kommt er so prominent in der Mitschrift vor.

      Meine Erfahrungen mit DRYH beziehen sich auf viele Hacks in Form von Oneshots und ein paar Spielrunden. Keine Kampagnen. Da wurde dann immer gewürfelt, eskaliert und das ganze auch hochgepuscht.

      Ich bin immer noch der Meinung das hätte ich hier auch machen sollen, es wären dann mehr Münzen im Pool und wir alle hätten was davon gehabt.

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