Ausgelesen XXXIII

Seit dem letzten Ausgelesen ist ja schon einige Zeit vergangen und zwischenzeitlich hab ich auch wieder einige Bücher, vornehmlich auf dem Kindle durchgelesen. Davon ist nichts im Gedächtnis geblieben, was vornehmlich dafür spricht, das es eher mittelklassige Werke waren.

Am besten gefiel mir noch Traumschlange von Rainer Wekwerth. Zwar auch kein besonders anspruchsvoller Roman aber er beschreibt Haiti und Voodoo eigentlich ziemlich genau ohne zu viel dazu zu fantasieren.

Enttäuscht war ich dann noch von Ignaz oder Die Verschwörung der Idioten von John Kennedy Toole. Als Kultbuch hochgelobt hab ich mich immer wieder stellenweise gezwungen das Buch zu Ende zu bringen. Scheinbar bin ich zu dumm, den Humor und die Originalität dieses Machwerkes zu verstehen. Mich wundert es nicht, das der Autor nach jahrelanger Suche nach einem Verlag, Selbstmord begangen hat. Die Welt kann gut auf dieses Machwerk verzichten.

New Orleans und die Bücher

Wer mich kennt, weiß das Bücher mein Leben sind. Gerade hab ich von Karla Schmidt Das Kind auf der Treppe zu Ende gelesen. Das Buch hat mir ausnehmend gut gefallen, endlich mal wieder etwas mit einer härteren Gangart. Und das ohne werbewirksamen Ausdruck wie Hardcore oder ähnlichem auf dem Cover.

Auf der Suche nach leichter Lektüre bin ich dann bei Lucius Shephards Endstation Louisiana hängen geblieben. ich habe es gerade bis zum Vorwort geschafft, das im übrigen von Poppy Z. Brite (die selbstverständlich in New Orleans lebt) geschrieben ist und sie erwähnt Ignaz oder die Verschwörung der Idioten als einzig echten New Orleans Roman. Was das jetzt damit zu tun hat. Es war Mitte der 90er Jahre als ich auf Einladung meiner damaligen Brieffreundin Misha Sand nach New Orleans gekommen bin. Es war heiss, stickig und eine andere Welt. Misha und ihr damaliger Freund lebten, wie es Anne Rice nicht klischeehafter schreiben könnte, in einem alten Haus im Garden District, direkt neben dem French Quarter. Misha hatte das Haus von ihrer Oma geerbt. Neben den beiden haben noch 4-5 weitere Goths ebenfalls dort gelebt. Ich durfte dort mit die schönsten 3 Wochen meines Lebens verbringen.

Es war einfach ein Traum, ich hab viel von der Stadt gesehen und sehr viel kennen und schätzen gelernt. Mein Faible für New Orleans war vorher schon da, geweckt durch die Robicheaux Romane von James Burke. Keine andere amerikanische Stadt ist seither für mich so faszinierend wie Crescent City. Daran musste ich wieder denken als ich besagtes Vorwort von Poppy Brite gelesen habe. Die Frau schreibt erstklassige Hardcore Literatur, früher vor allem Schwulenpornos. Das sie auch anders kann, hat sie mit einigen Vampirromanen bewiesen.

Damit will ich sagen, das Frauen bis auf wenige Ausnahmen, für mich die besseren Schriftsteller sind, wenn es um harte Literatur geht.