Ruh dich nicht aus am Oneshot-Dienstag

Am kommenden Dienstag (4.7.) biete ich mit Ruh dich nicht aus eines meiner absoluten Lieblingsrollenspiele an. Viel zu selten gespielt und zu wenig geleitet. 🙂

Link: Ruh dich nicht aus am Oneshot-Dienstag

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Auf der Jagd nach Don’t lose your Mind

Irgendwann vor 1 Jahr oder so hab ich beschlossen das Don’t rest your Head / Ruh dich nicht aus ein System ist das mir viel Spass macht.

Seither hab ich es mehrfach in Oneshots geleitet und derzeit sogar eine hoffentlich fortlaufende Runde. Das Regelwerk hab ich als PDF und zusätzlich noch die gedruckte deutsche Ausgabe. Soweit so gut.

Don’t lose your Mind ist ein Ergänzungsband voll mit Madness Powers und anderen nützlichen Tipps. Auch hier nenne ich das PDF mein eigen und bisher ging es ganz gut damit. Nur ist es so das ich Rollenspiele die ich intensiv leite dann doch gerne als Printprodukt vorliegen habe. Und gerade die Aufmachung von DLYM lädt förmlich dazu ein in dem Buch zu blättern. Das Problem ist nur, das Buch ist oop und bei so ziemlich allen Versandhändlern nicht mehr lieferbar.

Auch scheint es in Deutschland keine große Verbreitung gefunden zu haben oder die die ein Exemplar besitzen, wollen es nicht verkaufen. Kann ich verstehen. Über Amazon.com kann man einige Ausgaben erhalten zum Preis von 100$ aufwärts. Da ich kein Sammler mehr bin, ist mir das zu viel Geld. Ich hab letzthin bereits für die spanischen DRYH Würfel fast halb so viel ausgegeben.

Meine Internetrecherche hat dann ergeben, bei einem Händler in Spanien ist das Buch auf Lager, der liefert aber nicht nach Deutschland. Okay dank Verwandtschaft seitens der Frau wäre es eine Möglichkeit das ganze innerhalb Spaniens zu versenden und die schicken es nach Deutschland. Kostenpunkt rund 30 Euro für alles. Zeitgleich hat sich ein Freund angeboten mir das Buch aus den USA für umgerechnet 31,– Euro zu besorgen. Das Angebot habe ich dann angenommen, denn bei einem Onlinehändler in England bin ich zwar fündig geworden und konnte das Buch auch bestellen, aber es kam weder eine Bestellbestätigung noch wurde die PayPal Zahlung abgerufen. Und heute dann die Versandbestätigung. 🙂

Jetzt bin ich dann im Besitz von mindestens 2 Exemplaren eines Buches das wohl kaum Käufer findet. Da gilt echt Don’t lose your Mind

Zu allem Überfluss habe ich die weiße Version des PDFs bei Epubli vor einer Woche auch noch drucken lassen, quasi aus Frust das es mir nicht gelang ein Exemplar zu erwerben.

Captain Berlin gegen Dr. Elza von Blitzen und die Klonarmee

Nein hier hat nicht Buttgereit zugeschlagen sondern es wäre der Titel tel des zweiten Abends meiner Ruh dich nicht aus Runde. Jedenfalls folgten die Spieler diesmal dem Ruf des Sandmans in die Irre Stadt um ihn seinen Traumbeutel wieder zu bringen, der von willigen Dienern des Wachskönigs gestohlen wurde.

Dabei lernten sie unter anderem Eduardo (manche nennen ihn auch Jack the Ripper), Billi the Bear (eine wahrhaftige Alptraumboxerin), Dr. Edward (Leiter des Mad City Asylum), Billy Beutlin den großen Beutelhändler (bei dem sie eine Kopie des Traumbeutels des Sandmans erwarben) und den Regisseur (kein Wunder wenn Paige im Stahlhelm, SS-Mantel und bandagiertem Gesicht auf dem Set auftaucht, aber ihre Rolle nicht kennt, vom Requisiteur zu recht gewissen wird) kennen.

Nur die Schlußbegegnung mit dem Wachskönig und Despair verlief ein wenig anders als erwartet.

Ja es war wieder wirr und die knappe Zusammenfassung hilft nur wirklich den direkt beteiligten Spielern, aber für mehr fehlt die Zeit.

Nächster Halt King Station

Ich hatte eine schöne Runde DRYH heute aufgrund dessen, dass ein Mitspieler absagen musste waren wir nur noch zu viert. 3 Spieler sind aber eigentlich genau die richtige Anzahl für Ruh dich nicht aus. So bekommt jeder ausreichend Spotlight.

Es trafen sich alsbald Leonhard S. Dastrov, Steve Austin und Paige Turner in einem U-Bahn Tunnel. Wo bei sie sich nicht erklären konnten wie sie dort hinkamen. Also alle außer Paige, die stürzte in New York auf die Gleise vor eine herannahende U-Bahn, konnte sich dann in den Schutzbereich retten und fiel aus einem Wartungsschacht auf die Gleise in der Irren Stadt.

Leo, seines Zeichens ein kleiner Chicagoer Dealer musste vor ein paar Leuten fliehen und stolperte statt in seine Garage in der der Ferrari steht durch die grüne Stahltür direkt auf die Gleise.

Zu guter letzt Steve Austin (ein Irakkriegsveterean), der beim Versuch sich im Kölner Dom von der Empore zu stürzen eine offene Tür fand, die ihm interessanter erschien. Der Rest ist Geschichte.

Dastrov war wohl bis zum Schluss der Meinung das seine Kumpels das ganze Wohnhaus vergifteten, in dem sie irgendwas ins Leitungswasser taten, nur um ihn auszuschalten.

Im Tunnel selbst stiessen sie auf Catherine Madison, eine Bettlerin die auf der Suche nach der U-Bahn Station die Luke baute war. Leider gingen sie diesem Hinweis nicht nach und begaben sich lieber in die Richtung aus der die Alte kam. Auf dem Weg dorthin kam ihnen auf den Schienen eine schwarze Limousine entgegen, getönte Scheiben und die Standarte des Wachskönig an den vorderen Kotflügeln. Auch hier gab es keinen Kontakt.

Kurz danach stiessen sie auf eine verlassene U-Bahn Station, Mamorboden, Swarowski Kristallleuchter an der Decke, zugemauerte Aufgänge. Einzig ein rostiges Kinderdreirad lag verlassenen in mitten des dreckigen, staubigen Bahnsteigs. Paige fielen im übrigen die Überwachungskameras im Tunnel auf. Nur Monitore, Anzeigentafeln, Signalleuchten etc. fehlten. Die Station trug den Namen Metro. Nervig an dieser Station war nur der Fahrkartenkontrolleur, von der Statur her ein normaler Mensch mit dem Gesicht eines Fahrscheinentwerters und Entwerterknipser statt Händen. Der ging Paige aber so dermassen auf den Sack, das sie ihn gute 20 Meter über den Bahnsteig vor die einfahrende U-Bahn schmiss. Übrig blieb da nicht mehr viel. Unterdessen für am gegenüberliegenden Gleis ein Zug durch den Bahnhof ohne zu halten oder die Geschwindigkeit zu verringern. Viel war nicht zu erkennen, nur das er silber und vollkommen verbeult, bar jeglicher Öffnungen, Fenster, Türen war. Also entschloss man sich einfach auf dem bisherigen Gleis weiterzugehen. An irgendeinen Ort muss es ja hinführen. Gesagt getan die nächste Station war dann auch gleich die Endstation King Station. 3 mal so gross wie jeder normale Bahnhof, eine Vielzahl an Zelten aufgebaut und bewohnt von Menschen unterschiedlicher Epochen. Neben dem Schweinepferch gab es noch einige Ziegen, wer weiss von was sich diese ernährten. King Station hatte dann auch eine Gewölbedecke, bemalt wie von DaVinci oder Michelangelo. Ganz am Ende führte eine Treppe, in deren Mitte ein roter Teppich – nach oben.

Eine Anekdote am Rande, Leo war stets darauf bedacht das seine Kleidung keinen Dreck abbekam und ihm auch nie jemand zu nahe trat. Auch drückte er anfänglich ziemlich oft auf die Fernbedienung für sein Auto, er war und ist vermutlich immer noch der Meinung das er nur in seiner Tiefgarage war und sein Ferrari irgendwo sein soll.

Kurzes Geplänkel mit Richard Chan einem seit kurzem hier gestrandeten Bewohner ergab das der Weg nach oben in den Thronsaal führen würde in dem der König Timothy Walks-the-Rails Hof halten würde. Das einzige Hindernis waren die beiden Ritterrüstungen die den Weg nach oben versperrten. Mittels seiner Madness Power Ausweis war das aber für Leo und seine Freunde kein Problem. Er wedelte mit einem Stück weißen Papiers vor den Wächtern herum und schon gewährtem sie ihm die Audienz beim König.

Die Audienz beim König war kurz, eine alternde, kranke Gestalt in Jogginganzug und Adiletten, graues strähniges und ungewaschenes Haar, auf dem Kopf eine Burger King Krone, in der linken eine Fliegenklatsche als Zepter. Vom Fliegen umschwirrt in den eigenen Exkrementen sitzen war es eine traurige Gestalt die im Wartesaal von King Station Hof hielt. Auf die Bitte hin das U-Bahnnetz zu verlassen und an die Oberfläche zu kommen, drückte er ihnen eine Postkarte in die Hand.

Ihr müsst nach Shell Beach fahren, das ist der Weg in die Freiheit.

 

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Nach dem Zusammentreffen mit König Timothy Walks-the-Rails entriss ihnen Richard die Postkarte und wollte damit flüchten. Paige verfolgte ihn, stellte ihn und schlug ihn dann in einer Orgie aus Blut und Gewalt fast tot. Um nicht noch mehr negativ aufzufallen – wobei sich wirklich niemand um die vier kümmerte, immerhin hatten plötzlich ausnahmslos alle Bahnsteigbewohner etwas anderes zu tun, sprang man in die gerade einfahrende U-Bahn, nicht ohne Verpflegung mitzunehmen. Steve schnappte sich nämlich eine Ziege. Zum einen als Nahrung, wenn man auf unbestimmte Zeit in der U-Bahn festsitzen sollte und zum anderen als Menschendetektor. Wer seltsam darauf reagiert das hier ein Ex-GI eine Ziege mit sich führt, muss ein normaler Mensch sein. Das Abteil war leer und dank der von Steve aufgestellten Theorie das vielleicht jedes Abteil in eine andere Richtung fährt, blieb man dann auch brav im selbigen.

Nächster Halt Down Station. Die Türen bleiben verschlossen und lassen sich nicht öffnen. Evtl. hätte Paige mit ihrem Wahnsinnstalent Kraft etwas bewirken können. So fuhr man weiter in den dunklen Tunnel, wo es kurz nach der Einfahrt einen fürchterlichen Schlag tat und der Wagen wie von einer überdimensionalen Faust stellenweise eingedrückt wurde. Die nächste Station an der die U-Bahn hält ist Atlantis. Die Türen gehen von alleine auf. Auf dem Bahnsteig befinden sich mehrere Springbrunnen, die Wände sind bemalt mit Szenen aus Odysseus, Atlantis und ähnlichem. In der Mitte führt eine Treppe direkt nach oben. Dort werden sie noch von einem Bettler angehauen, der sie – nachdem sie ihm Geld zusteckten mit

Neptun beschütze euch

verabschiedet hat.

Endlich an der Oberfläche. Es ist dunkel, es regnet, es schlägt zur 13. Stunde. Bei einer Polizeikontrolle auf dem Platz der Leeren Lande wird Steve als steckbrieflich Gesuchter entdeckt und bevor der Bobby mit seiner Pfeife nach Verstärkung rufen kann, rammt er sie dem Bobby in den Mund. Anmerkung: Bei der Polizei handelt es sich um Uhrwerk Leutnants die wie Polizisten aussehen und aus den verschiedensten Ländern zu kommen scheinen. Ihre Gesichter sind zu einem steifen Grinsen erstarrt und in ihrem Rücken dreht sich ein Schlüssel zum Aufziehen. Daraufhin flüchten sie sich in eine Burgerkette mit dem klangvollen Namen Penny Dreadful. Aber nicht ohne das Paige geistesgegenwärtig den Steckbrief in Form einer Lithographie an sich reisst.

COLA MIT KOKS. GERUBBELTE KREDITKARTEN UND GELD AUF SERVIETTEN.

Falls ich es vergessen haben zu erwähnen, Leonhard ist zwar ein Kleinkrimineller, legt aber dafür umso größeren Wert auf sein Äußeres. Die Kleidung muss immer sauber, frisch gebügelt und gepflegt sein. Zum Glück gibt es in Dandys – Mode für den modernen Mann von heute alles was man so braucht. Bis zu sieben Mitarbeiter kümmern sich um das Wohlergehen des vermögenden Kunden. Dank eines Dimensionstors oder was auch immer ist der Anzug quasi direkt nach dem vermessen bereit zur Anprobe. Ein edler Hut und neue Schuhe gehören selbstverständlich dazu um Mr. Dastrov neu auszustaffieren. Seine beiden Begleiter wurden eher naserümpfend geduldet und stets darauf hingewiesen dies nicht zu berühren oder sich hier nicht zu setzen. Die Ziege musste mit Hilfe einer Seidenkrawatte draussen angebunden werden. Paige und Steve wurde es aber dann doch zu bunt und sie blieben dann doch lieber draussen im Regen als im Laden.

Schlagzeile mit Bildern auf der ersten Seite. Gesucht werden diese Drei Kriminellen wegen politischem Aufruhr

Yup die Zeitungsjungs sind sehr schnell. Und wie wir alle wissen, was in der Zeitung steht ist immer wahr. Weil es immer noch regnet und alle müde und kaputt sind checken sie im Hotel Fünf Jahreszeiten ein. Ein Einzelzimmer für Leo, das Doppelzimmer auf der gleichen Etage aber fast am anderen Ende für Paige und Steve. Schlafen können sie alle drei nicht, aber auf dem Bett oder in der Wanne liegen. So bekommen die zwei auch mit das nebenan die Polizei das Zimmer stürmt. Als einzige Chance sieht man die Möglichkeit aus dem Zimmer auf den Sims zu klettern. Auf der Flicht vor der Polizei helfen Paige und Steve die Dachratten, in dem sie ihnen auf das Hoteldach verhelfen. Dann holen sie noch Leo und flüchten über die Dächer von Mad City. Am Ende werden sie von den Paper Boys gestellt und es kommt zu einem fulminanten Kampf  in dessen Verlauf nicht nur ein Teil der Zeitungsjungs verbrennt sondern auch ein großes Feuer Teile der Mad City zerstört. Die drei Spielercharaktere ziehen sich Verbrennungen 1. und 2. Grades zu. Durch den Schmerz werden sie ohnmächtig und landen letztlich wieder in der Schlummernden Stadt. Dort im übrigen ohne jegliche Verbrennungen, wir erinnern uns an den Bettler auf dem Platz der Leeren Lande? Nun Neptun hat seine schützende Hand über die Charaktere gehalten.

Der Bericht mag im übrigen nicht ganz vollständig sein, einige Dinge entspringen der künstlerischen Freiheit des Nacherzählens, andere hab ich vergessen aber im großen und ganzen hat es sich so zugetragen.

Fazit: Ruh dich nicht aus rockt. Ein einfaches aber schönes System, nicht nur für Oneshots. Die klassische Inspiration für die U-Bahn von Mad City war natürlich der Roman Neverwhere von Neil Gaiman, die Nightside Reihe von Simon R. Green und der Film Dark City. Shell Beach lässt grüßen. 😉 Der bietet einfach sehr viel. Aber auch von Metro 2033 wurde ich u. a. inspiriert. Leider kam nicht alles zum Einsatz, aber vielleicht bei einer anderen Gruppe.

Ein paar Stichpunkte zur U-Bahn Inspiration finden sich natürlich auch auf der 13. Stunde. Letztlich hab ich dann doch zu wenig würfeln gelassen, das ist mein großes Manko. Ich muss einfach mehr  Konfliktpotential aufbauen.

Generalprobe

Heute auf dem Rollenspieltreffen hatte ich dann eine Art Generalprobe für die geplante Unknown Armies Kampagne.  Und es lief leider nicht rund sondern ging fast in die Hose. Was zum Teil auch an mir lag.

Ich habe einfach nicht die Konzentration ein vorgefertigtes Abenteuer durchzuziehen. Auch wenn ich es schon sehr oft angeboten habe. Mir fehlt die absolute Freiheit zu improvisieren und einzig auf den Input der Spieler zu reagieren.

Und immer wieder drängen sich Indiespiele in den Fokus. Sei es Fiasko, Ruh dich nicht aus oder letztens Kingdom of Nothing.